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Ally McBeal im TV

ab dem 09.09. immer montags bei sixx, sogar zu angenehmer Uhrzeit, 20:15 Uhr

Hinweis

Diese Rubrik wird überarbeitet. Bitte habt dafür Verständnis.

Die Texte habe ich bereits schon wieder eingefügt, die Bilder folgen demnächst.

Impressionen aus Boston

Diese Seite entstand unter freundlicher Mithilfe mit Ralph Bruce, Kris Wimmer und Marc Damerow. Der Inhaber des Copyrights (©) der Bilder ist gekennzeichnet.

Die Bilder sind lediglich zum privaten Gebrauch bestimmt und dürfen somit zwar auf den eigenen Rechner kopiert werden, aber nicht für darüber hinausgehende Zwecke verwandt werden.

Der Text zur Stadtgeschichte von Boston wurde mir freundlicherweise von Axel Bohnstedt zur Verfügung gestellt.

Boston-Tour

Stadtrundgang © by Kris Wimmer (Fotos + Text)

Boston ist die Hauptstadt des Bundesstaates Massachusetts und die größte Stadt New Englands.
Diese Tatsache ist insofern hinfällig, als dass man problemlos die ganze Stadt (ausgenommen Harvard) zu Fuß erkunden kann. Die Stadt hat ein außergewöhnliches Flair. Schon alleine deswegen, weil 'Alt' und 'Neu' nur selten so nahe beieinander stehen wie hier.
Interessant ist Boston auch wegen seines Nachtlebens. Kleine gemütliche Bars mit Pianomusik, Soul und Blues findet man zwar nicht an jeder Ecke, aber die Bostoner sind sehr hilfsbereit.
Sich auf Allys Spuren durch Boston zu bewegen, war gar nicht so einfach, da die meisten Visitor Center keine Informationen hatten. Für Fragen aller Art war das Visitor Center neben dem Old State House sehr hilfreich. Ally-Souvenirs habe ich leider gar keine gefunden, dafür bekommt man alles aus der Serie 'Cheese' (Wer's braucht?!).
Für einen Städtetrip nach Boston sollte man 3 bis 4 Tage Zeit haben, um das kulturelle und historische Angebot richtig nutzen zu können.
Auf alle Fälle: Boston ist eine Reise wert.

Bild/Grafik: Faneuil Hall

Faneuil Hall
1742 als Markthalle erbaut, erhielt dieses Gebäude den Namen seines Stifters – Peter Faneuil (sprich 'fennel'). Es diente ab 1763 auch als 'Meeting Hall' von der aus die 'sons of liberty' gegen die britische Steuerpolitik wetterten.
Heute befindet sich darin ein kleines Museum. Hinter dem Gebäude liegt der 'Quincy Market', ein großer Platz mit Restaurants, Shops und Straßenkünstlern.

Bild/Grafik: Old State House

Old State House
Die 'älteste U-Bahn Station Amerikas' wurde 1713 erbaut und ist Bostons ältestes öffentliches Gebäude.
Hier fanden einige Schlüsselereignisse der Revolution statt. Hier wurde z.B. 1761 erstmals der Wunsch nah Unabhängigkeit geäußert, 1770 fand vor diesem Gebäude das berühmte 'Boston Massacre' statt, 1776 wurde vom Balkon aus der Text der Unabhängigkeitserklärung verlesen und war bis 1798 Sitz der Regierung von Massachusetts. Seit 1903 befindet sich unter den Old State House eine U-Bahn Station.
Auch hier befindet sich heute ein Museum, das sich mit dem 'Boston Massacre' befasst.

Bild/Grafik: King's Chapel Burying Ground

King's Chapel Burying Ground
Der heute im Häusermeer ertrinkende kleine Friedhof wurde 1631 in Betrieb genommen und ist somit der älteste Friedhof. Neben anderen Pionieren liegt hier der Stadtgründer John Winthrop begraben.
In Boston trifft man immer wieder auf alte Friedhöfe, wie z.B. den 'Old Granary Burying Ground' auf dem die Helden der Amerikanischen Revolution, wie z.B. John Hancock, Samuel Adams und James Otis begraben sind.

Bild/Grafik: Old South Meeting House

Old South Meeting House
Das schlichte, von einem weißen Kirchturm gekrönte Ziegelhaus hat alle Stadtbrände und Abrißkolonnen heil überstanden. 1729 als Bet- und Versammlungsstätte gegründet, bot es am Vorabend der Unabhängigkeit den größten Versammlungsraum der Stadt. 1773 zogen die Demonstranten von hier aus ab um die Boston Tea Party zu feiern.

Bild/Grafik: State House

State House
Das 'neue' State House ist seit 1798 das Regierungsgebäude von Massachusetts. Die 46 Meter hohe Kuppel wurde 1874 mit Drei-Karat Blattgold überzogen. Im inneren befindet sich unter anderem die Hall of Flags, die eine Sammlung der ältesten Amerikanischen Flaggen beinhaltet.

Bild/Grafik: 'Allys' Büro

'Allys' Büro
Schräg gegenüber, gar nicht so leicht zu finden, steht dieses Gebäude. Die genaue Adresse lautet 14 Beacon Street.
In diesem Gebäude befindet sich 'The American Congregational Association Library and offices'. Seit 1853 wurde hier die religiöse Geschichte von Neu England dokumentiert.
Die Büros in der siebten Etage, wo die Kanzlei von Cage & Fish gezeigt wird, sind von der 'National Lesbian & Gay Law Association' gemietet.

Bild/Grafik: Custom House Tower

Custom House Tower
Der Custom House Tower aus dem Jahre 1913 beherrschte die Bostoner Skyline als das höchste Gebäude, bis diese Ehre durch das alte John Hancock Gebäude 1949 behauptet wurde. Heute befindet sich darin das Marriot Hotel.

Bild/Grafik: John Hancock Tower

John Hancock Tower
Das höchste Gebäude Bostons ist der 241 Meter hohe John Hancock Tower aus dem Jahr 1968. Er besteht fast zur Gänze aus Glas. Über 10.000 großflächige Fensterscheiben wurden auf dem Grundriss eines Parallelogramms zusammengesetzt. Je nach Blickwinkel und Wetter verändert dieser Turm Form und Farbe.
Leider ist die Besucherplattform seit dem 11. September 2001 gesperrt.

Bild/Grafik: Beacon Hill

Beacon Hill
Das wunderbare, Mitten in der Stadt liegende Beacon Hill bietet eine geniale Mischung aus Vorstadtflair und Großstadt-Feeling. Keine 10 Minuten Fußmarsch bis ins Zentrum und trotzdem kein Lärm und kein Verkehr.
Beacon Hill ist sozusagen das Beverly Hills an der Ostküste: vornehm, teuer und nirgendwo sonst sieht man so viele Rassehunde und Luxusautos.
In einer Straße, die Beacon Hill nachempfunden ist wohnt auch unsere Ally.

Bild/Grafik: 105 Tory Row, Harvard

105 Tory Row, Harvard
In diesem Haus lebte während der Belagerung Bostons durch die Engländer George Washington.
Von 1837 bis 1882 war das Haus im gregorianischen Stil im Besitz von Henry Wadsworth Longfellow, ein Dichter der in Harvard lehrte und dessen Gedichte bereits ins amerikanische Kulturerbe übergegangen sind.

Boston und Umgebung © by Ralph Bruce

Das Bürohaus
Es befindet sich 14 Beacon Street in Boston.
Cage, Fish & Associates sind zwar auf dem Raumwegweiser nicht aufgeführt, allerdings gibt es einen Eintrag für Ally McBeal. ;)=

Das Gerichtsgebäude aus 'Ally McBeal'
Es befindet sich am Pemberton Square in Boston und ist auch in Wirklichkeit ein Gericht. (Suffolk County Court House)
Das Gebäude was sich rechts an das “'Old' Courthouse” anschließt ist, ist ein Anbau, das “'New' Courthouse”.
Aber Vorsicht, man hat gerade ein brandneues “'New' Courthouse” gebaut – nicht verwechseln.

Stadtgeschichte von Boston * Zeittafel © by Axel Bohnstedt

1630 Gründung der Stadt Boston durch John Winthrop auf der Shawmut-Halbinsel.
1634 Gründung des Boston Common, des ersten öffentlichen Parks in Amerika.
1636 Gründung der Harvard University in Cambridge
(ca. 1200 Einwohner)
1770 Massaker von Boston
1773 “Boston Tea Party”
1775 Battle of Bunker Hill
(ca. 16.000 Einwohner)
1776 Unabhängigkeitserklärung der USA
1783 Ende des Unabhängigkeitskrieges
1795-98 Bau des State House, nach Entwürfen von Charles Bulfinch
1822 Boston erhält die Stadtrechte
1826 Faneuil Hall Marketplace wird eröffnet
1844 Planung des “Back Bay”
Beginn der großen Einwanderungswelle aus Irland
1852 Aufschüttung von Back Bay und Eröffnung der ersten öffentlichen Bibliothek
1872 Das Große Feuer zerstört über 26 Hektar im Zentrum Bostons
1875 Graham Bell führt das erste Telefongespräch
1884 Erster Bürgermeister irischer Herkunft Hugh O´Brien wird gewählt.
1889 Die erste elektrische Straßenbahn wird in Betrieb genommen.
1892 Die Gebäudehöhe wird auf 125 Fuß (ca. 40m) begrenzt.
1897 Die erste U-Bahn der Welt wird in Betrieb genommen.
1914 Gründung des “City Planning Board”
1944 Bretton-Woods-Konferenz und Gründung des Weltwährungsfonts
1957 Boston Redevelopment Authority (BRA) wird gegründet und ersetzt das “City planning Board”
1958 Der Abriß des West Ends beginnt.
1960 “Ninety Millionen Dollar Program” wird ins Leben gerufen.

Stadtgeschichte von Boston * Stadtentwicklung © by Axel Bohnstedt

Als John Wintrop 1630 die Siedlung auf der Shawmut-Halbinsel gründete, war er ganz durch die religiöse Mission der puritanischen Auswanderer geprägt. Die Gründer der Massachusetts Bay Kolonie hatten die Vorstellung eines “Godly Commonwealth”, daß der ganzen Welt Vorbild sein sollte. Gleichzeitig stand das Demokratieverständnis und das Streben nach Freiheit in scharfem Kontrast zu der intolleranten puritanischen Religion. Der Widerspruch zwischen elitäerer Religionsgemeinschaft und prakmatischer Pionierssiedlung spiegelt sich in vielen Facetten wider und ist auch in der heutigen Gesellschaft noch zu beobachten. Die Entwicklung Bostons wurde ähnlich diesem Widerspruch von dem Wechselspiel aus Idealen und Notwendigkeiten bestimmt, das den Wandel von einer Siedlung an der Grenze zur Wildnis zu einer Weltstadt erst ermöglichte. Von Beginn an zeichnete sich Boston durch eine präzise und durchdachte Stadtplanung aus. Schon wenige Jahre nach der Gründung wurde beispielsweise das Street system law erlassen, daß detailliert die Anlage der Straßen in der Siedlung regelte.

Die Bevölkerung Bostons setzte sich in den ersten 200 Jahren vorallem aus puritanischen Auswanderern englischer Herkunft zusammen. Bedingt durch die Hungersnöte im Heimatland, wurde Boston jedoch zunehmend das Ziel irischer Flüchtlinge, die seit Mitte des 19. Jhdt. ganz entscheident die Geschicke der Stadt beinflussen. Es bildete sich schnell eine sehr reiche und mächtige irische Oberschicht, die sich ganz im puritanischen Geiste streng vom Rest der Gesellschaft abgrenzte. Analog zu dem widersprüchlichen Erbe der Puritaner, war diese Oberschicht, aus deren Reihen auch traditionell die amerikanischen Präsidenten hervor gingen, trotz ihrer elitären Abgehobenheit ein Garant für eine demokratische und soziale Entwicklung. Noch heute ist der Begriff “Bostoner Brahmanen” bezeichnend für die einflußreichen Angehörigen der Oberschicht, die sogar den Dialekt der Region prägten, der als besonders vornehm angesehen wird. Das britisch anmutende Viertel Beacon Hill, lange Zeit Wohnviertel der Wohlhabenden und die geschichtsträchtige Innenstadt machen Boston zu der “europäischsten Stadt” Amerikas.

Wirtschaftliche Grundlage der neuen Siedlung war neben Forstwirtaschaft und Fischfang, vorallem der Handel mit England, bis ins frühe 19. Jahrhundert war Boston die bedeutendste Hafenstadt Amerikas. Der englisch-amerikanische Krieg und die von England verhängte Handelssperre, ließ Boston gegenüber New York ins Hintertreffen gelangen und seine Bedeutung als Hafenstadt verlieren. Erst die Industrialisierung im 19. Jahrhundert brachte der Stadt einen beträchtlichen Aufschwung. Es zeigte sich, daß das hohe Bildungsniveau und die geziehlte Förderung von Schlüsseltechnologieen ein entscheidender Vorteil in der Konkurrenz mit New York oder Chicago waren und den Wandel von der Kolonie zur Eigenständigkeit wesentlich erleichterte. Viele bahnbrechende Erfindungen wurden in Boston erstmalig realisiert, darunter die Untergrundbahn, die den Boston Common unterquerte oder das Telefon. Bis in die zweite Hälfte dieses Jahrhunderts bildete schließlich auch die amerikanische Rüstungsindustrie ein wichtiges und vorallem konstantes Fundament für Bostons Wirtschaft. Als mit dem ende des klaten Krieges auch die Rüstungsindustrie stagnierte, waren es die “spinoffs” der Universitäten, also die Firmengründungen, die Forschungsergebnisse realisieren und vermarkten, die den Strukturwandel vorantrieben.

Die britische Blockade war jedoch nicht der einzige Grund für diese Entwicklung. Im Gegensatz zu den meisten anderen amerikanischen Städten, zog man ein langsames, geplantes Wachstum der schnellen unkontrollierten Ausbreitung vor und verzichtet bewußt auf ungezügelten Kapitalismus. Wahrzeichen dieser konservativen und dennoch zukunftsorientierten Planung ist der Boston Common, der 1634 als erster öffentlicher Park in Amerika eingerichtet wurde und bis heute in seiner Form und Größe exakt erhalten wurde. Weiterhin versuchte man die Beanspruchung des Hinterlandes einzuschränken, in dem man schrittweise die Buchten und Flußmündungen um die Shawmut-Halbinsel aufzufüllen begann. (Heute sind 58% der Stadtfläche der Bostoner Innenstadt künstlich aufgeschüttet.)

Die Grundlage der Stadtplanung, die sich nicht nur in Boston als erfolgreich herausstellte, war das Prinzip der private public partnership, das in der gesamten Planungsgeschichte der Stadt immer wieder angewandt wurde. Ein Beispiel hierfür, ist der Faneuil Hall Marektplace. Dessen Kern, die Faneuil Hall, wurde von dem Kaufmann Peter Faneuil in eigener Verantwortung geplant und gebaut, unteranderem mit der Selbstverpflichtung öffentliche Räume zur Verfügung zu stellen. Lange Zeit blieb jedoch der Erfolg des Unternehmens aus, nichtzuletzt durch die schleppende Entscheidungsfindung des Stadtrates. Der Durchbruch gelang schließlich durch die Errichtung eines Marktplatzes in unmittelbarer Umgebung durch den Bügermeister Josiah Quincy, der das private Projekt durch den öffentlichen Markt ergänzte und in dieser Verbindung den größten Erfolg erziehlte.

Trotz der stetigen Planung konnten auch in Boston die Probleme, die nicht nur in den Außenbezirken durch den hohen Zustrom von Einwanderern entstanden, höchstens ansatzweise gelöst werden. Anfang dieses Jahrhunderts begannen viele Bezirke zu kollabieren. Besonders stark betroffen waren die armen Stadtteile, in denen sich die Einwanderer direkt nach ihrer Ankunft ansiedelten. In vielen Teilen machte sich trotz des relativ großen Reichtums der Stadt, eine deutliche Verelendung bemerkbar und bewirkte die Stadtflucht vieler wohlhabender Einwohner, die bis heute andauert.

Um diesem Trend, der nach dem 2. Weltkrieg seinen Höhepunkt erreichte, entgegenzuwirken, wurde die Boston Redevelopment Authority gegründet, mit dem Ziel vor allem die innerstädtischen Bereiche zu erneuern. Die erste Maßnahme der neuen Behörde war der Abriß des gesamten West Ends. Die betroffenen Bewohner des Stadtviertels waren weitgehend unvorbereitet und wurden dementsprechend überrascht. Die schlechte Erfahrung der Bevölkerung mit dem einseitigen Eingreifen der Regierung, mobilisierte den öffentlichen Widerstand, der viele Entscheidungen ohne basisdemikratische Einbindung der Betroffenen unmöglich machte.

Die Weiterentwicklung der private-public partnership mündete in den siebzigerjahren in der “Linkage”-Politik, die den Ausgleich von Disparitäten anstrebt, d.h. es werden Investitionen in strukturschwachen Gebieten subventioniert, was durch hohe Besteuerung in strukturell begünstigten Gebieten finanziert wird. Durch die schlechten Erfahrungen im sozialen Wohnungsbau der 60iger Jahre, werden nun bevorzugt private Projekte unterstützt.